Internet of failing things (IOFT)

Epic Pebble fail

Epic Pebble fail

Das Internet of Things bringt etwas mit, was es früher nicht gab: Dinge, die nicht mehr funktionieren, weil ihr Betriebssystem (oder eine andere Software in dem Ding) abgestürzt ist. Klar, Uhren konnten auch früher schon kaputt gehen, aber dann musste es sich schon um einen mechanischen Schaden handeln.

Fehler sind eine Sache. Geschäftssinn und Gier, getarnt als „Sorge um unsere Gesundheit“ oder „Möglichkeiten, Energie zu sparen und so den Planeten zu retten“ (man sollte mißtrauisch werden, wenn Industriebosse anfangen, sich für Bäume zu interessieren) die andere. Und wenn die Möglichkeit der Überwachung durch all die vernetzen Dinge einmal da ist, wird sie auch genutzt werden. Schließlich sind das Geschäft nicht all die kleinen Geräte, die uns umgeben werden, sondern der Strom an Daten, den sie erzeugen, und der sich auf Wegen zu Geld machen lässt, von denen wir heute noch nicht mal zu (alb-)träumen wagen. Wenn mal alles von IOT durchzogen ist, kann das unangenehm werden. Dass über all der Euphorie über „Big Data“ kaum jemand über Datenschutz bei IOT spricht, macht die Sache nicht besser.

Wie so oft, bringt es das Internet auch hier auf den Punkt.

Daher prophezeie ich: Wahrlich, es werden Zeiten kommen, da die Menschen sich danach sehnen werden, wieder allein und unüberwacht zu sein, wenn sie die Wohnungstür hinter sich schließen. Sich ein Bier aufmachen, in der Trainingshose dahocken und vielleicht sogar in der Nase bohren, ohne dass ein Sensor oder gar eine Kamera das in die „Cloud“ meldet. (Noch so ein Wort, das bald mit einer Bullshit-Abgabe belegt werden sollte.) Und eine Zeit, da die Menschen sich nach dem Einfachen, Funktionierenden zurücksehnen werden, wenn es erstmal Dinge gibt wie

  • Kühlschränke, die kein Bier mehr hergeben, weil Krankenkasse und/oder Behörden beschlossen haben, dass es jetzt mal genug ist mit dem Alkoholkonsum.
  • Kühlschränke, die 8000 Liter Milch bestellen, weil die Milch alle ist.
  • Waschmaschinen, die die (dringend benötigte, denn leider ist die letzte Unterhose in der Maschine und morgen hat man ein Bewerbungsgespräch) Wäsche nicht mehr hergeben, weil Windows 12.2 abgestürzt ist.
  • Autos, die verraten, dass man noch einen Umweg gemacht hat, um mit der Jugendfreundin einen Kaffee zu trinken.
  • Restaurants, in denen man bloß ein Wasser und einen Salat bekommt, weil das Fitness-Armband mitbekommen und gepetzt hat, dass man gestern Schnitzel und Sonntag Weißwürscht gegessen hat (Woher es das weiß? Weil es über die Cloud mit den Kassensystemen der Gaststätten gesprochen hat, die man diese Woche schon besucht hat.)
  • Insulinspritzen, die die benötigte Menge Insulin nicht hergeben, weil der Arzt letzte Woche die Unterlagen von Herrn Müller und Herrn Meier verwechselt hat.
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